Donnerstag, 8. Dezember 2011

Winter

Vor einigen Wochen stellte ich mal wieder fest, wie spießig einen Kälte werden lässt. Da stellt sich natürlich sofort die Frage, ob Menschen, die grundsätzlich spießig sind, auch ein wenig Kälte im Sommer mit sich rumtragen...

Im Winter ist auf einmal der Tag die Nacht und umgekehrt. Eigentlich verstehe ich das nicht, weil ich mich definitiv als "Sommer-Nacht-Mensch" beschreiben würde. Ich bin meistens nur zum Schlafen daheim, natürlich, wenn die Sonne scheint und es abends und nachts wiederum so warm ist, dass man rumlaufen kann, wie tagsüber. Oder so in der Art.

Aber das ändert sich scheinbar im Alter. Jetzt bin ich lieber daheim, lese mal ein gutes Buch, gebe mich meinen kreativen Talenten hin und genieße die Kälte in meinem warmen, kerzenbeleuchteten Reich.



Und: Es kotzt mich irgendwie an. Warum? Weil wir doch alle genau wissen, würde draußen die Temperatur-Gaudi schlechthin stattfinden, wären wir draußen und würden uns mit Leuten treffen, bis nachts um 4 halbnackt, stockbesoffen und vielleicht auch ein wenig bekifft im Park sitzen und unseren Spass haben, neue Leute kennenlernen und Geschichten erleben, an die man sich später gerne erinnert. Aber das ist es eben. Es ist Winter.

Und: Irgendwie find´  ich´s auch toll. Der Ausgehzwang oder -lust schraubt sich rapide zurück, weil alle ihr warmes Kämmerchen der harten Kälte vor der Tür vorziehen, die Wärme des Partners im Bett lieber genießen, als das damals noch erfrischende Radler im Biergarten und mal wieder die bedeutenderen Dinge in der Vordergrund treten. Zwar finden sich dabei auch gerne mal ein, zwei schwere Gedanken, aber um die Leichtigkeit des Sommeres genießen zu können und schätzen zu wissen, braucht es zwischendurch auch mal den schweren, harten und kalten Winter, der uns zurückbringt, dorthin, wo wir alle früher oder später hinkommen: Auf den Boden der Tatsachen.

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